Was holotropes Atmen ist und woher es kommt

Holotropes Atmen wurde in den 1970er Jahren vom Psychiater Stanislav Grof und seiner Frau Christina Grof entwickelt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „auf Ganzheit ausgerichtet". Die Methode entstand in einer Zeit, in der Grof zuvor mit psychedelischen Substanzen in der Therapie geforscht hatte. Als diese Forschung verboten wurde, suchte er einen Weg, ähnliche Bewusstseinszustände ohne Substanzen zu erreichen. Die Antwort war der Atem.

Die Grundidee: Durch schnelles, tiefes und über lange Zeit anhaltendes Atmen verändert sich der Zustand des Bewusstseins. Erinnerungen, Gefühle und Körperempfindungen können an die Oberfläche kommen, die im Alltag verdeckt bleiben. Grof verstand diesen Prozess als Weg, innere Erfahrungen zu integrieren und sich selbst besser kennenzulernen.

Wie eine Session im holotropen Atmen abläuft

Eine klassische Session dauert oft 2 bis 3 Stunden, manchmal länger, und findet in der Regel in Gruppen statt. Die Teilnehmenden arbeiten paarweise: Eine Person atmet, die andere begleitet als sogenannter Sitter und sorgt für Sicherheit und Ruhe. Danach werden die Rollen getauscht.

  • Die Atmenden liegen mit geschlossenen Augen auf Matten.
  • Die Atmung ist schneller und tiefer als gewöhnlich, ohne feste Vorgabe zu Rhythmus oder Technik.
  • Dazu läuft laute, treibende Musik, die über die Session hinweg ihren Charakter verändert.
  • Begleitende greifen nur ein, wenn es nötig ist, zum Beispiel durch gezielte Körperarbeit.
  • Nach dem Atmen malen viele ein Mandala und tauschen sich in der Gruppe über ihre Erfahrung aus.

Ausgebildete Facilitatoren halten den Rahmen. Holotropes Atmen ist eine markenrechtlich geschützte Methode mit einer eigenen, mehrjährigen Ausbildung.

Was 9D Breathwork ist

9D Breathwork ist deutlich jünger und wurde Anfang der 2020er Jahre von Brian Kelly entwickelt. Der Name steht für neun Ebenen, die in jeder Session gleichzeitig wirken: unter anderem bewusstes Atmen, eigens komponierte Musik, gesprochene Begleitung, binaurale Beats, bestimmte Klangfrequenzen und Elemente aus Coaching und Hypnose. Alles ist in einer Audio-Journey verwoben, die über Kopfhörer gehört wird.

Der große Unterschied in der Herangehensweise: Beim holotropen Atmen gibt es wenig Struktur und viel offenen Raum. 9D Breathwork dagegen ist durchkomponiert. Die Stimme führt dich durch die Session, sagt dir, wann du schneller oder langsamer atmest, und arbeitet mit Fragen und Bildern, die sich um ein Thema drehen, etwa Loslassen, Stress oder Selbstvertrauen.

Ablauf einer 9D Breathwork Session bei uns an der Nordsee

Eine Session bei uns dauert insgesamt etwa 90 Minuten, die reine Atemreise davon rund 50 bis 70 Minuten. Du liegst bequem, hast Kopfhörer auf und eine Augenmaske, wenn du möchtest. Wir sind die ganze Zeit im Raum, achten auf dich und begleiten, wo es sinnvoll ist. Vorher sprechen wir in Ruhe darüber, was dich mitbringt. Nachher gibt es Zeit zum Ankommen und zum Austausch, ganz nach deinem Bedürfnis.

Die Atemtechnik selbst ist das verbundene Atmen: Ein- und Ausatmung gehen ohne Pause ineinander über, meist durch den Mund. Dazwischen gibt es Phasen, in denen du den Atem anhältst und einfach ruhst. Die Musik, die Frequenzen und die Stimme tragen dich durch diese Wellen.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

  • Dauer: Holotropes Atmen oft 2 bis 3 Stunden oder länger, 9D Breathwork etwa 60 bis 90 Minuten.
  • Struktur: Holotrop ist offen und frei, 9D ist geführt und thematisch gerahmt.
  • Begleitung: Holotrop mit Sitter-Prinzip, 9D mit Audio-Führung plus anwesender Begleitung.
  • Intensität: Holotropes Atmen gilt als sehr tiefgehend und fordernd, 9D Breathwork ist in der Regel zugänglicher, kann aber ebenfalls intensiv werden.
  • Einstieg: 9D ist für Einsteigerinnen und Einsteiger meist leichter zugänglich, weil die Stimme dich an die Hand nimmt.

Für wen passt was?

Wenn du nach einer sehr tiefen, zeitintensiven Erfahrung in einem therapeutisch geprägten Rahmen suchst und dir ein ganzes Wochenende dafür nehmen möchtest, kann holotropes Atmen das Richtige sein. Achte dabei auf eine fundierte Ausbildung der Begleitenden.

Wenn du Atemarbeit kennenlernen möchtest, Stress und innere Unruhe spürst und dir eine klare Führung wünschst, ist 9D Breathwork oft der sanftere Einstieg. Die Sessions passen in einen normalen Abend oder einen Vormittag am Wochenende, und du musst vorher nichts können.

Wichtig für beide Wege: Intensive Atemarbeit ist nicht für jeden Menschen geeignet. Bei bestimmten körperlichen oder psychischen Vorbelastungen, in der Schwangerschaft oder bei akuten Krisen sprich bitte vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wir fragen das in unserem Vorgespräch immer ehrlich ab und sagen dir auch, wenn wir eine Session gerade nicht empfehlen würden.

Lass uns in Ruhe darüber sprechen

Du bist dir nicht sicher, ob Atemarbeit etwas für dich ist, oder welcher Weg? Dann komm einfach vorbei. Wir laden dich zu einem kostenlosen Erstgespräch bei uns in Schortens ein, gern auch telefonisch oder bei einem Spaziergang am Deich. Du stellst deine Fragen, wir antworten ehrlich. Ohne Druck, ohne Verkaufsgespräch. Wir, Vanessa und Chris, freuen uns darauf, dich kennenzulernen.